Magnetfeldtherapien

 

Das rote Hufeisen,an dem schwerelos Münzen,Büroklammern und Stecknadeln hängen.Die verzauberte Primaballerina,die auf der Glasplatte ihre Pironetten dreht.Der Fußballer,der wie von Geisterhand gelenkt über das Spielfeld stürmt -  was uns Kinder zum Staunen brahcte,fasziniert uns heute noch. "Die magnetische Energie ist die elementare Energie,von der das gesamte Leben des Organismus abhängt." In der Tat besteht unser Kosmos zu 99,9 Prozent aus elektromagnetischen Wechselfeldern und nur zu 0,1 Prozent aus festen Materieteilchen.Magnetismus bestimmt offensichtlich unser Leben.Aber kann er auch heilen? Ja mit der Magnetstimulation kann man bestimmte Krankheiten therapieren.Seit 7 Jahren befasst sich die Neurologische Klinik in Göttingen,mit transkraniellen Magnetstimulation (TMS): In einer Kupferspule werden dabei durch starke Stromstöße für Sekundenbruchteile Magnetfelder aufgebaut.Die Spule wird von außen in die Nähe der Schädeldecke (Cranium) gebracht,die Impulse regen bestimmte Regionen der darunter liegenden Hirnrinde (Cortex) an.Das pulsierende Magnetfeld durchsetzt das Gehirn und erzeugt in elektrisch leitendem Gevebe einen Stromfluss,der die Nerven aktiviert.Vor allem bei Epilesiepatienten und Menschen,die unter schweren Depressionen leiden,haben die Psychiater damit in jüngster Zeit Erfolge erzielt.

 

Befreien magnetische Ohrclips Raucher von ihrer Sucht?

"Magnetismus kann heilen", sagen auch all jene,die von den ungezählten Einsatzmöglichkeiten von Dauermagneten überzeugt sind.Da gibt es Halsbänder,die bei Kopfweh und Schlafstörungen helfen sollen: magnetpflaster,die auf Blutergüsse,Quetschungen und Verstauchungen geklebt werden; Ohrclips,die das Abnehmen und den Nikotinentzug erleichtern sollen;Magnetfolien gegen Durchblutungsstörungen und Haarausfall; magnetische Matten, um Krämpfen,Verspannungen und Muskelkater vorzubeugen...   Einer kritischen Betrachtung halten die meisten dieser Erfolgsmeldungen aber nicht stand.Sofern überhaupt Studien durchgeführt wurden,widersprechen sie sich gelegentlich sogar.Magnetismus ist eben im wahrsten Wortsinn eine bipolare Angelegenheit. 100 Kölner Taxifahrer mit Rückenproblemen nahmen an einer Anwendungsbeobachtung teil,die der Arzt und Akupunkteur durchführte.Zwei Wochen lang trugen die Fahrer eine Magnetbinde am Rücken,Ergebnis der nicht repräsentativen Untersuchung: Die meisten Teilnehmer stuften ihre Schmerzen hinterher als "deutlich geringer" ein. das Team vom Veterans Affair Medical Center in Prescot,Arizona,führten an 20 Patienten mit chronischen Rückenschmerzen eine Studie durch.Die Probanden trugen spezielle Kunststoffgürtel,in denen sich Magnete mit wechselnder Polarisierung befanden.Wie die Wissenschaftler im Journal of the American Medical Association berichten,verbesserten sich hier die Schmerzen nicht.

 

Magnetreize lindern schwerste Depressionen

Als die transkranielle Magnetstimulation Mitte der 80er Jahre entwickelt wurde,diente sie zunächst nur zur Diagnostik.Man überprüfte damit die Funktion der Nervenbahnen,die vom Gehirn aus die Muskeln steuern.Setzt man an Stelle von Einzelreizen ganze Serien davon,lassen sich Nervenfunktionen auch gezielt beeinflussen. So erkannten Forscher Parallelen zur Elektrokonvulsionstherapie ("Elektrokrampftherapie") für die Behandlung schwerster Depressionen - nur ist die TMS viel schonender. "Versuche,bei denen der vorderne linke Stirnlappen stimuliert wurde,führten zu guten Ergebnissen,ohne epiletische Anfälle auszulösen."  Im Gegenteil: Die TMS kann offenbar sogar das Auftreten solcher Anfälle verhindern.

 

Gute Karten bei den Ethikkommissionen

Heute weiß der Forscher: " Mit pulsierenden Magnetfeldern von 5 und 30 Hertz (Pulse pro Sekunde;d.Red.) aktivieren wir das Nervensystem von Depressiven."  Eine tagesdosis liegt bei 800 bis 2000 Impulsen,die Behandlung dauert zwei,drei Wochen.Der Effekt hält meist mehrere Tage bis Wochen an,aber nicht jeder Patient spricht auf die Therapie an.Frequenzen bis 1 Hertz. bewirken das Gegenteil.Das ist offenbar der richtige Ansatzpunkt bei Epilepsie,wo die Nervenzellen krankhaft überregbar sind. Trotz aller Erfolge steckt das Verfahren noch in der Expertimentierphase. Zur Behandlung von Epilepsie in gut kontrollierten Studien sind bisher nur Patienten zugelassen, bei denen Medikamente allein nicht zur Anfallsfreiheit führen und die keiner anderen Therapieform zugänglich sind.Dies könnte sich bald ändern.Nachdem die Göttinger Arbeitsgruppe ihre ersten Erfolge in "The Lancet" veröffentlichte,haben die Ethikkommissionen größere Studien in mehreren deutschen Epilepsiezentren genehmigt,die Tergau derzeit kooriniert.Wenn sich die positiven Ergebnisse bestätigen,könnten vielleicht bald auch weniger schwer betroffene Epilepsiepatienten behandelt werden.

 

 

           Magnete? Für diese Gruppen besser nicht

Obwohl Wissenschaftlich nichts nachgewiesen ist,schwören manche Menschen darauf,daß Magnete ihnen helfen,ihre Kopfschmerzen zu besiegen,ihre Verspannungen zu lindern und anderes mehr.Auch wenn bislang keine Nebenwirkungen solcher "exotischen" Anwendungen bekannt sind,gibt es doch Personengruppen,die vorsichtshalber auf den Einsatz von Magneten verzichten sollten.Dazu gehören

. Schwangere

. Träger von Herzschrittmachern und anderen elektronischen Implantaten (etwa Insulinpumpen)

. Patienten mit Angina Pectoris,Schilddrüsen-Überfunktionen,Tuberkulose,Entzündungen,Blutungen und Pilzerkrankungen

 

                                                                  

 

 

                                                                      

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